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MGKK Musikgymnasium
Käthe Kollwitz

Zehntklässler des Musikgymnasiums Käthe Kollwitz besuchten die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen

erstellt von Steffen Reblin am 13.04.2019

„Jeder Tag ist Teil unserer Geschichte, und dass ihr heute hier seid, gehört auch zum Teil dieser Geschichte vor Ort“, betonte die Museumspädagogin Mirjam Fränkle während des Rundganges durch die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen. Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes der Klasse 10 zum Thema „Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg“ sollten die Schülerinnen und Schüler einmal selbst die Gelegenheit bekommen, an einem außerschulischen Lernort einen besonderen Teil der deutschen Geschichte kennenzulernen. Die jeweiligen Klassen bekamen dabei zu Beginn zunächst einen historischen Überblick über die Entwicklung des KZs während der NS-Zeit, der sowjetischen Nachkriegszeit und der anschließenden Inszenierung des Ortes durch die DDR. „Alle verschiedenen Ebenen dieser Geschichte sind auf diesem Gelände erhalten und spiegeln das Denken und Wirken der jeweiligen Protagonisten der Zeit wider“, erklärte Mirjam Fränkle. „Sei es das Eingangstor zum Häftlingslager mit dem Spruch ,Arbeit macht frei‘ oder das Mahnmal der ,Nationalen Mahn- und Gedenkstätte‘ von 1961“, verdeutlichte Fränkle ihre Ausführungen vor Ort. Besonders die persönlichen Schicksale der Häftlinge und die Willkür der SS an den KZ-Insassen ließ die Schülerinnen und Schüler während des Rundganges mehrmals innehalten. Die 10. Klassen gedachten in Form von Blumensträußen der vielen Toten am Gedenkort, der während der NS-Herrschaft als Krematorium diente. Nach der knapp 2,5-stündigen Führung hatten die Gymnasiasten noch einmal selbst die Gelegenheit, sich je nach Interesse eine der vielen Sonderausstellungen vor Ort anzuschauen – sei es zur Entwicklung der Gedenkstätte, zum Leben der Juden oder der durchgeführten medizinischen Misshandlungen der KZ-Insassen. Und die erlebten Eindrücke wirkten auch nach. Ob Trauer, Nachdenklichkeit oder Wertschätzung des eigenen Lebens heutzutage – die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht zum Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen waren vielfältig und umfangreich:

„Ich habe es mir langweilig vorgestellt. Es war aber sehr interessant, Geschichte verbildlicht zu sehen und nicht nur in Lektüren.“, kommentierte einer der Zehntklässler. Ein anderer ergänzte: „Ich konnte nicht fassen, wie so viele zu etwas Derartigem in der Lage gewesen sein konnten.“

Die Empfindungen und Gedanken der Jugendlichen zeigten deutlich deren Fassungslosigkeit, Empörung und die Notwendigkeit, aus der Vergangenheit zu lernen.

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